DRK Ortsverein & Bereitschaft Leimen

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DRK-Leimen.de – Deutsches Rotes Kreuz Bereitschaft & Ortsverein Leimen

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Brief des Vorstands zum Jahresanfang

Eingetragen von m.moskorz am 02.01.2008

Liebe DRK-Mitglieder,
Liebe Bürgerinnen und Bürger,

gemeinsam mit Ihnen möchten wir auf ein ereignis- und erfolgreiches Jahr 2007 zurückblicken. Dank des engagierten Einsetzens unserer DRK-Bereitschaft Leimen und der breiten Unterstützung von Gemeinderat und Stadtverwaltung konnte das Rote Kreuz in Leimen wieder einiges bewegen. Dazu beigetragen haben auch unsere zahlreichen passiven Mitglieder, deren Fördergelder die haupt- und ehrenamtliche DRK-Arbeit mit am Leben erhalten.

Im Fokus des Roten Kreuzes in Leimen steht, wie Sie sicher wissen, aktuell der Bau des Rettungs- und Ausbildungszentrums (RAZ), welchen wir in diesem Jahr beginnen konnten. Hierzu war im März zunächst der Auszug aus der bis dato Unterbringung im provisorisch hergerichteten Ostflügel des Leimener Freibads nötig. Zur Erinnerung, diese Räumlichkeiten waren nicht isoliert, hatten keine Sanitäranlagen und im Winter kein fließendes Wasser. Darüber hinaus wurden in einem Gutachten diverse bauliche Mängel festgestellt, weshalb die Substanz nicht mehr zu sanieren war und mit einem Neubau dieser Garagen der wesentlich kostengünstigere Weg beschritten wurde. Der Auszug war somit unumgänglich und das vollständige Einsatzmaterial musste von den Helferinnen und Helfern neu verstaut werden, ohne dabei jedoch die Einsatzbereitschaft der Rettungsmittel zu gefährden. Am Tag der Arbeit konnten wir gemeinsam mit vielen Gästen bei strahlend blauem Himmel den Spatenstich feiern und damit die heiße Phase des Baus einläuten. Kaum ein Tag ist seit dem vergangen, in dem wir nicht aktiv waren, selbst Hand angelegt haben – um insbesondere Kosten zu reduzieren und die Fertigstellung zu beschleunigen. Im September folgte dann das Richtfest und im November konnte pünktlich zur kalten Jahreszeit die erste Fahrzeughalle in Betrieb genommen werden. Dieses Projekt nimmt nicht nur zunehmend optische Gestalt an, sondern es sichert auch den Fortbestand unserer Arbeit für die Bevölkerung.

Das Rettungs- und Ausbildungszentrum, welches kein reines DRK-Gebäude sein wird, sondern gemeinschaftlich mit der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und unserer Förderorganisation Rettungsdienste Leimen (FORL) genutzt werden wird, ist aber nicht nur Garage oder Rettungswache, sondern wird das Zentrum unserer Arbeit werden. Alle nötigen Funktionsräume für sachgerechte Lagerung, Reinigung und Desinfektion, aber auch für Schulung, Aus- und Fortbildung sowie Vereinsverwaltung werden wir erstmalig unter einem Dach vereinen können. Besonders freut es uns, dass wir den Kindern und Jugendlichen von DLRG und DRK eigene Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können, um so auch unserem Nachwuchs eine noch attraktive Freizeitgestaltung bieten zu können als bisher. Dadurch werden die Hilfsorganisationen in der Lage sein die jüngeren Generationen noch stärker für die ehrenamtliche Arbeit begeistern zu können und so auch eine personelle Basis für die kommenden Generationen aufbauen zu können.

Die Aktivitäten rund um den Bau des RAZ sind das eine, das andere sind die vielen Aufgaben und Tätigkeiten, die unabhängig von den Eigenleistungen am Bau wahrgenommen bzw. aufrecht erhalten werden müssen – und wurden. Hier können wir den Aktiven der DRK-Bereitschaft Leimen für das Geleistete nur unseren größten Respekt zollen und Dank sagen. Zu diesen Aufgaben gehört zum Beispiel die Unterstützung des hauptamtlichen Rettungsdienstes im Rahmen der Notfall- und Krankentransportverstärkung (NKV). Unsere ausgebildeten Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und Sanitäter wirken hierbei mit Leimener Einsatzfahrzeugen in Rettungsdienst und Krankentransport mit, und können zum einen Arbeitsspitzen und Wartezeiten abfangen, aber manchmal auch schneller vor Ort sein, da der Weg des nächstgelegenen hauptamtlichen Rettungsmittel aus Heidelberg oder Wiesloch nach Leimen wesentlich länger gewesen wäre. Zwar konnten die Einsatzzahlen aus dem vergangenen Jahr nicht erreicht werden, zwei gefahrene Einsätze pro Tag sind im Durchschnitt aber kein Wert, hinter dem sich eine ehrenamtliche Organisation verstecken müsste. Besonders zu beachten ist dabei die Tatsache, dass diese Einsätze insbesondere abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen gefahren wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die sanitätsdienstliche Betreuung von diversen Veranstaltungen im Stadtgebiet. Zu nennen sind hier insbesondere Frühlingsfeste und Kerwen der Leimener Stadtteile, aber auch Sportveranstaltungen, Konzerte und das mehrtägige Reitturnier. Besonderes Highlight dürfte für unsere Helferinnen und Helfer dabei der Sanitätsdienst bei „Arena of Pop“ in Mannheim gewesen sein. Die DRK Bereitschaft Leimen hat hier wie auch schon im Jahr 2006 die komplette Infrastruktur sowie Personal und Fahrzeuge für eines von insgesamt fünf „Medical Centers“ gestellt und konnte so ihre Leistungsfähigkeit auch über die Stadtgrenzen von Leimen hinaus eindrucksvoll unter Beweis stellen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Einsatzzeiten für Sanitätsdienste noch einmal gesteigert, bei knapp 40 Veranstaltungen leisteten die Einsatzkräfte zusammen rund 1.200 Einsatzstunden.

Etwas hinten anstehen mussten in diesem Jahr leider die Blutspenden. Bedingt durch unseren Bau hat sich die Bereitschaft Leimen frühzeitig dazu entschlossen, ein Jahr zu pausieren und frühestens im Sommer 2008 wieder eine Blutspende in Leimen zu veranstalten. Zur Blutspendeaktion im Frühjahr 2007 konnte mit 165 gesammelten Blutkonserven dennoch ein äußerst achtbares Ergebnis erzielt werden. Vor einigen Tagen hatte unser Vorsitzender Matthias Frick dann gemeinsam mit Leimens Oberbürgermeister Wolfgang Ernst die Ehre, unsere Jubiläums-Spender auszeichnen zu dürfen. Mit Alois Müller für 75 Blutspenden und Bernd Oswald für gar 100 Blutspenden konnten dabei unter anderem die höchsten Auszeichnungen des Deutschen Roten Kreuz für Blutspenden verleihen werden.

Leimens Rotes Kreuz ist aber auch in vielen anderen Gebieten aktiv. Die Jugend- und Sozialarbeit liegt uns dabei besonders am Herzen. Dazu gehören aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen, die zu uns kommen, sondern wir gehen auch aktiv auf andere zu. In verschiedenen Kooperationsprojekten besuchen wir regelmäßig Schulen und Kindergärten im Stadtgebiet und geben so einen Einblick in unsere Tätigkeiten. Ebenso spielt das Thema Ausbildung immer eine große Rolle für das Rote Kreuz. Gemeinsam mit der DLRG bieten wir regelmäßig ein breites Spektrum an Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildungen für Jedermann an.

Dies alles ist nur ein kleiner Ausschnitt an vielschichtigen Tätigkeiten und Prozessen, für die das DRK Leimen zuständig ist, bzw. an denen es mitwirkt. Gerne fallen dabei zum Beispiel der Katastrophenschutz und die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie der Feuerwehr oder der DLRG unter den Tisch, da diese als selbstverständlich erachtet werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass gerade hierfür viel Pflege, Kommunikation und Training nötig sind.

Für das neue Jahr 2008 haben wir vor allem ein Ziel, den Abschluss der Bauarbeiten. Hieran werden wir wie bisher nach Kräften arbeiten. Durch die Fertigstellung eröffnen sich dann ganz neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt. Nahezu alle internen Alarm- und Einsatzpläne müssen überarbeitet werden, das Einsatzmaterial neu strukturiert und verräumt werden. Auch die Administration wird sich neu ordnen müssen, um die vorhandenen Ressourcen optimal nutzen zu können. Für unsere Notfall- und Krankentransportverstärkung werden wir ein neues EKG anschaffen, damit unser Rettungswagen auch weiterhin über eine zeitgemäße Ausstattung verfügen kann. Dies sind aber nur die Highlights eines neuen Jahres, in dem es wieder viel anzupacken gibt.

Gerne möchten wir die Gelegenheit nutzen und an Dinge erinnern, mit denen wir in der Diskussion um unser Bauprojekt konfrontiert wurden. Zwei Anfragen aus der Bevölkerung, die wir hierzu erhalten haben möchten wir zum Anlass nehmen um Ihnen einen Einblick hinter die Kulissen unserer Arbeit zu geben und Ihnen unsere Philosophie dabei näher zu bringen.

Die erste Frage lässt sich einfach beantworten, nämlich wem unsere Arbeit zu Gute kommt: Jedem. Wie oben ausgeführt nehmen wir zahlreiche Aufgaben wahr. Gemäß den Grundsätzen des Roten Kreuzes von Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität, helfen wir Jedem, der unsere Hilfe braucht und annehmen möchte. Selbstverständlich liegt ein Schwerpunkt unserer Arbeit dabei auf dem Stadtgebiet von Leimen, aber gerade die Notfall- und Krankentransportverstärkung kommt im gesamten Rhein-Neckar-Kreis zum Einsatz, eben immer dort, wo sie gerade am dringendsten benötigt wird. Die Aussage, das DRK hilft nur DRK-Mitgliedern ist schlicht und ergreifend falsch.

Eine andere Frage betrifft unsere Finanzen, nämlich über welche eigenen finanziellen Mittel wir verfügen bzw. welche Rücklagen wir bilden können. Nun die finanziellen Mittel des DRK Leimen sind stark begrenzt, die Mehrheit der eingenommenen Gelder ist auf Aktivitäten in Eigeninitiative wie Sanitätsdienste oder die Notfall- und Krankentransportverstärkung zurückzuführen. Diese Gelder werden insbesondere für die Unterhaltung der Infrastruktur benötigt. Übrig bleibt davon nur ein Bruchteil, welcher für tatsächliche Neuanschaffungen zur Verfügung steht. Rücklagen sind dementsprechend nur geringfügig vorhanden, zum einen, da es finanziell nicht möglich ist Geld auf die Seite zu legen ohne den Regelbetrieb massiv einzuschränken und zum anderen, da dieses Geld dazu eigentlich gar nicht gedacht ist. Der von der Mitgliederversammlung gewählte Vorstand vertritt die Philosophie, dass dieses Geld, insbesondere die Mitgliedsbeiträge der passiven Mitglieder, für die Aufgaben und Ziele des Roten Kreuz eingesetzt werden müssen. Welchen Nutzen hat die Bevölkerung von einem Roten Kreuz, welches Geld nur zinsoptimiert auf Bankkonten verwaltet und die Helferinnen und Helfer mit mangelnder Ausstattung handlungsunfähig sind.
In diesem Zusammenhang bin ich nicht müde zu betonen, dass unsere Helferinnen und Helfer rein ehrenamtlich arbeiten und für Ihre Tätigkeiten keinen Cent bekommen. Sie haben also keinen finanziellen Nutzen wenn sie nachts bei einem Brand die Löscharbeiten der Feuerwehr absichern oder am Wochenende im Rettungs- und Ausbildungszentrum Schlitze klopfen oder Decken isolieren.

Wir in Leimen haben die Möglichkeiten – als gewählter Vorstand des DRK Ortsvereins Leimen ist es unsere Aufgabe und Pflicht gegenüber den Mitgliedern und der Bevölkerung diese auch nach Kräften auszuschöpfen. Wir wünschen Ihnen allen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2008 und vor allem viel Gesundheit.

Ihr Vorstand des DRK Ortsvereins Leimen