Sanitätsdienst auf der Thingstätte

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Diese Veranstaltung ist einfach Kult. Jedes Jahr treffen sich auf dem Heiligenberg tausende Menschen in Feierlaune um gemeinsam in den Mai zu feiern. Feuerspucker, Kerzen, Trommeln und Musik bilden für die Veranstaltung, die keinen offiziellen Veranstalter hat, einen impulsiven Rahmen.
Für die Einsatzkräfte von DRK, Feuerwehr und Polizei stellt diese Versammlung immer wieder eine große Herausforderung dar. Gefahren gibt es einige, weshalb die Rettungsdienste mit einem entsprechenden Großaufgebot präsent sein müssen. Dies galt auch in diesem Jahr wieder, denn unter der Leitung von Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Wiesbeck und der Leitenden Notärztin Dr. Christiane Serf waren knapp 80 Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz.
Aufgeteilt in Fußstreifen, Versorgungs- und Behandlungsteams sowie für den Transport in die Krankenhäuser hatte jeder seine Aufgabe. Ungefähr 30 Patienten mussten im Verlauf versorgt oder behandelt werden, bei einigen war auch ein Transport zur stationären Weiterbehandlung im Krankenhaus von Nöten.
Insgesamt verlief die Veranstaltung aber unauffällig und friedlich, bedingt durch das relativ schlechte Wetter fanden nur 7.000 den Weg auf den Heiligenberg. Aus den Vorjahren kennt man bereits Kulissen, die doppelt so groß sind.
Unter den Einsatzkräften befanden sich auch in diesem Jahr wieder Leimener, sechs Einsatzkräfte besetzten die Fahrzeuge RN 57/83 und RN 57/85. Für Sie war der Einsatz gegen 5 Uhr früh beendet.

Pressebericht:
Alle Jahre wieder zur Walpurgisnacht: Erst die aufgeregte Diskussion, dann die friedliche Feier
Von Sebastian Riemer

Was wurde im beschaulichen Heidelberg nicht wieder diskutiert über dieses Thema. Immer im Frühjahr kommt sie auf, die Debatte um die Thingstättenfeier in der Walpurgisnacht, über Sicherheitsbedenken und das Müllproblem, über den Alkoholkonsum und das Konfliktpotenzial – danach kann man getrost die Uhr stellen. Genauso unumstößlich ist aber die Tatsache, dass in jedem Jahr schließlich doch wieder Tausende den Heiligenberg erklimmen und ein zwar von regem Alkoholkonsum begleitetes, aber überwiegend friedliches Fest feiern.
Gerade noch rechtzeitig hört es am frühen Mittwochabend auf zu regnen, so dass sich viele, die ihre Wanderschuhe mittags beim Blick aus dem Fenster schon wieder betrübt in den Schrank gestellt hatten, doch noch entscheiden, den Fußmarsch auf sich zu nehmen. Sind um 20 Uhr noch lediglich etwa 400 junge Leute im Rund der Thingstätte versammelt, zählt die Polizei drei Stunden später etwa 7000 Menschen. Dennoch sind die Ränge nicht ganz voll, was die Imposanz der Szenerie aber nur geringfügig schmälert.
Die Trommler sind da und die Feuerspucker, viele Besucher haben Fackeln und alle etwas zu trinken dabei – es ist wie immer, die Stimmung ist hervorragend. Aber etwas ist doch anders als in den vergangenen Jahren. Der Mauerbereich hinter der Bühne wurde gesperrt. Hier saßen und standen früher viele in schwindelerregender Höhe, ein Geländer gibt es nicht. Fast ein kleines Wunder, dass dort nie jemand herunterfiel. Die üblichen kleinen Zwischenfälle bleiben natürlich nicht aus. Das Rote Kreuz muss 30 Mal Hilfe leisten, “größtenteils wegen Volltrunkenheit”, wie es im Polizeibericht heißt. Ein paar Leute haben härtere Drogen als Alkohol dabei und werden angezeigt, aber es gibt keine Schlägerei, keine Rangelei, nicht einmal von einer Ohrfeige weiß die Polizei.
In der Altstadt geht es rauer zu. Die Untere Straße ist gepackt voll, vor den meisten Kneipen stehen Türsteher, deren Mimik und Gestik sofort verrät, dass sie keinen mehr hinein lassen. Hunderte stehen mit ihrem Bier auf der Straße, und so kommt es gegen 4 Uhr zu mehreren Rangeleien, die aber keine größeren Folgen haben.
Wieder ist eine Thingstättenfeier friedlich und ohne schlimmere Zwischenfälle verlaufen, und damit schaffen sich die Thingstättenfans selbst die besten Voraussetzungen für viele weitere Walpurgisnächte auf dem Heiligenberg. Wenn die Mundpropaganda, welche die Feier zu dem gemacht hat, was sie heute ist, nun noch dafür sorgt, dass auch die letzten Unbelehrbaren ihren Müll nicht in den Wald werfen, wird die turnusmäßig wiederkehrende Debatte im nächsten Jahr vielleicht etwas weniger aufgeregt geführt.
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