Absicherung Thingstätte

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai findet alljährlich auf der Thingstätte auf dem Heiligenberg in Heidelberg ein Fest der besonderen Art statt. Es treffen sich hier bis zu 20000 Menschen mit selbst mitgebrachten Getränken und Musikinstrumenten. Sie feiern ohne elektrisches Licht im Schein eines Lagerfeuers und Feuerspuckern.
Obwohl es keinen Veranstalter gibt schicken Polizei, Feuerwehr, THW und das Rote Kreuz alljährlich eine Vielzahl von Einsatzkräften auf den Heiligenberg, um die “Veranstaltung” abzusichern.
So waren auch wir von 19 bis 5 Uhr mit unserem KTW mit 2 Rettungssanitätern und einem Sanitäter vor Ort.

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Bericht aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 03.05.2010:

Walpurgisnacht hat ihren Schrecken verloren
Weniger Besucher auf der Thingstätte – Auch in der Altstadt blieb es ruhig – Die Neckarwiese wurde friedlich geräumt

du/hö. Es ist ein langerWeg bergauf, doch er lohnt sich: 340 Meter über dem Neckar fand in der Nacht zum ersten Mai wie jedes Jahr die größte inoffizielle Feier Heidelbergs statt. Etwa 8000 Jugendliche und junge Erwachsene – und damit deutlich weniger als in den letzten Jahren – versammelten sich nach Einbruch der Dunkelheit auf der Thingstätte auf dem Heiligenberg, um gemeinsam die Walpurgisnacht zu verbringen.
Mit Rucksäcken voller Knabbereien, Getränken und kleinen Grills feierten sie friedlich in den 1. Mai hinein. Und auch wenn das große Feuer in der Mitte des Steintheaters dieses Jahr nicht ganz so eindrucksvoll wie sonst brannte, war es doch wieder ein im Wortsinn erhellendes Spektakel: Feuerkünstler ließen brennende Stäbe und Fackeln um ihre Körper wirbeln, der brennende Atem der Feuerspucker erleuchtete die Zuschauerreihen.
Unter den Künstlern hatte sich ein neuer Trend breitgemacht: Leuchtstäbe, die mitunter auch ihre Farbenwechselten, lösten die klassischen Fackeln bei den Vorführungen teilweise ab. Dazu gab es immer viel Applaus von der Menge auf den Treppenstufen. Einen Höhepunkt erreichte die Show, als ein Künstler zwei Feuerräder mit enormer Geschwindigkeit kreisen und
dabei kleinere Funken meterweit in alle Richtungen sprühen ließ.
Sechs Raketen wurden abgeschossen, doch bei der siebten wäre es fast zu einem Unfall gekommen: Sie wurde falsch gezündet, raste durch die Zuschauermenge und explodierte auf den Steinstufen, verletzt wurde niemand. Außerdem wurden auch vier China-Böller gezündet, die über den Köpfen explodierten. Trotz dieser Zwischenfälle herrschte insgesamt eine angenehme, entspannte Feierstimmung. Trotz des Regens am Abend füllten sich die Ränge im Laufe der Nacht noch ziemlich.
Auch Musik wurde gemacht: Neben den inzwischen standardmäßig vertretenen Trommelspielern gab es dieses Jahr auch Trompeten zu hören, und die Zuschauer grölten hin und wieder bei klassischen Partyhits wie „Seven Nations Army“ mit.
Schon gegen 1 Uhr wanderten die Besucher massenweise bergab, gegen 4 Uhrwaren nur noch rund 1000 Leute oben.
Dass das Betreten der Thingstätte eigentlich verboten war, störte natürlich keinen der Besucher.Wie jedes Jahr hatte die Stadt bereits am Fuß des Philosophenweges Hinweisschilder aufgehängt, auf denen auf das Verbot hingewiesen wurde.
Trotzdem wurden die Feiernden von niemandem aufgehalten: Vielmehr sorgte ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst für ihre Sicherheit. Die Stadt will nicht als Veranstalter die Verantwortung für die Feier übernehmen, kann aber rechtlich belangt werden, wenn sie von der Party weiß und nicht für Sicherheit sorgt. Und irgendwie gehört die
Veranstaltung ja auch zum Heidelberger Event-Kalender dazu. Auf vielen Webseiten und Internetblogs wird sie sogar angepriesen.
Wie auf der Thingstätte gab es in der Altstadt keine besonderen Vorkommnisse.
Die Polizei beschrieb die Lage als ruhig – und auch beim Maiansingen bekamen sich die singenden Burschenschafter und die Anhänger des Autonomen Zentrums nicht in die Haare. An deren Kundgebung nahmen rund 200 Personen teil. Die Polizei räumte gegen 0.30 Uhr das Neckarvorland, auf dem bis zu diesem Zeitpunkt 800 Menschen waren. Dabei wurden die vor
kurzem installierten Lichtmasten zum Ausleuchten des Neckarvorlandes eingesetzt. Auch hier gab es keine nennenswerten Probleme.

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Etwa 8000 vorwiegend junge Leute strömten zur Thingstätte auf dem Heiligenberg – und damit deutlich weniger als noch in den letzten Jahren. Wie jedes Jahr zeigten Feuerkünstler, was sie alles können. Und wie jedes Jahr war die Thingstätte übersät mit Abfall und Scherben – trotz der Aufforderung des BUND, den Müll wieder mitzunehmen. Fotos: Sven Hoppe

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Tinqueux-Allee 1a
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